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go vegan- warum?

" Was?! Du ernährst dich nun vegan?" - Nein, so weit bin ich leider noch nicht ganz. Ich lebe prozessorientiert dahin und finde täglich neue und spannende Inputs dazu und wachse daran.

 

"Zwingst du deine Ernährungsweise deinen Kindern auf?"- Nun ja, ja das tue ich. Das tun wir alle. Eine Erwachsene, die ihren Kindern Rindfleisch oder Poulet auftischt und zum Nachtisch eine rahmige Créme serviert, zwingt ihre Ernährungsweise ihrem eigenen Kind auch auf.

 

Das Krasse aber ist doch, dass der vegan Ernährungsstil bagatellisiert wird. Es wird so getan, als sei es ein neuer Trend. Vielmehr ist es doch das Bewusst werden. Es ist das Anwenden von all dem Wissen, dass wir heutzutage durch die Wissenschaft bekommen und erlangen haben. Es ist ein Denkwechsel und sollte, sofern es als Trend angesehen wird, noch mehr und bewusster erklärt werden.

 

Mittlerweile antworte ich auf die Frage von oben, ob der Fragestellende denn wisse, dass er seinen Kindern mit Tierprodukten, egal ob Milch oder Fleisch, Essen auftischt, welches ähnlich krebserregend ist wie Zigarettenkonsum und Herzkreislauferkrankungen begünstigt. Und ob er weiss, dass Diabetes nicht per se von zu viel Zucker kommt, sondern davon, dass es von den schlechten Fetten der Fleischindustrie kommt und dass Tierprodukte zu Entzündungen in unserem Körper führen. Die Meisten wissen es nicht. Warum nicht?

Die Werbeindustrie hat die Kontrolle. Sie hat die Kontrolle über unser Essverhalten und unseren Gedanken dazu. Sie verwirrt uns mit ihren verschiedenen Angaben und Empfehlungen. 

Diabetes kommt nicht per se von zu viel Zucker!

Meine eigene Familie oder Leute aus meinem Arbeitsteam empfinden es als gemein oder reagieren unverständnisvoll, dass ich mich weigere Fleisch zu kochen zu Hause. Dass ich finde, dass mein Mann selbst wissen muss, ob er sich Fleisch kocht oder nicht, ich aber es nun aber nicht mehr kochen möchte.

Das Ganze gibt uns doch schon ein Bild davon, wie krass die Situation ist und wie festgesetzt Werbeslogans in unseren Hirnen sind.

Wie ich nun zu Proteinen käme, die seien doch so wichtig und darum müsse man ja Fleisch essen, werde ich gefragt. Dass Proteine aber ursprünglich pflanzlich sind und in Tierprdukten eigentlich nur recycelte Proteine sind durch ihre ursprüngliche Aufnahme von Pflanzen, dass wissen viele nicht. Das wusste ich auch nicht, wenn ich ehrlich bin. Nein, ich muss keine toten Tiere oder Quark essen, um an Proteine zu kommen. Nur schon mit Reis und Broccoli komme ich an Proteine und es gibt mit Linsen und Kichererbsen noch viele viele weitere Proteinquellen. Zudem nehmen die Meisten von uns zu viele Proteine zu sich. Soviele brauchst du nämlich gar nicht, wie uns vorgegaukelt wird.

Das soll hier aber kein Blog mit Rezeptideen sein, sondern es soll Wachrütteln. Ich möchte auch nicht, dass jedermann sofort vegan sein muss. Ich möchte, dass du beginnst zu hinterfragen und zu überlegen. Überlege, was du da tagtäglich in dich hinein futterst.

 

Seit ich meine Periode habe, leide ich hin und wieder an Eisenmangel. Es liegt vor allem daran, dass ich wahnsinnig viel Blut verliere. Und nein, ich bin nicht seit jeher vegetarisch unterwegs. Es wurde in meinen Kreisen sehr viel Fleisch gegessen. Seit ich nun grösstenteils vegan lebe, ist nun plötzlich der Grund für meinen Eisenmangel das fleischlose Essen. Unglaublich nicht? Wird ein Krebserkrankter gefragt, ob er Fleisch ist und Milch trinkt? Und sagt man ihm, dass das der Grund sein könnte für sein Leiden? Hört man eher seltener, aber zum Glück immer öfters. Immer mehr wird pflanzliche Ernährung als Lösungsvariante vorgeschlagen und es würde mich so was von freuen, wenn diese Art von "Therapie" sich verbreitet. 

Selbst Ärzte wissen nicht alles. Nur dass, was sie gelernt haben. Deshalb hinterfrage.

Ein Schlüsselereigniss für mich hinsichtlich Ärzte war die Einjahreskontrolle meiner älteren Tochter. Ich wurde gefragt, welche Milch meine Tochter bekommt. Leider klappte es bei ihr mit dem Stillen nicht und so gab ich ihr Pre Pulvermilch. Die Ärztin machte grosse Augen und meinte, ich hätte schon lange lange auf die Nummer 1 und 2 wechseln sollen, sonst bekomme das arme Kind zu wenig Kalorien. Ich wies sie darauf hin, dass der Unterschied nur 1 kcal beträgt auf 100ml und lediglich auf Maltose, sprich Zucker, der einfacher und billiger verarbeitet werden kann, gewechselt wird. Was nun den Braten wortwörtlich nicht feisser mache. Nach der Verabschiedung kleidete ich meine Kleine an und wollte bereits den Nachhauseweg antreten. Da kam jedoch die Ärztin zurück und sagte: "Sie haben Recht. Unglaublich. Danke, dass sie mich darauf hingewiesen haben. Wir lernen dies an Kongressen und ich habe leider zu wenig hinterfragt". DAS war einer meiner Schlüsselmomente. Ein Moment der mich bestärkte, weiterhin Aussagen zu hinterfragen. 

Unser Gesundheitssystem behandelt und behandelt. Die Kosten bezüglich Diabetes, Herzerkrankungen und Krebs sind steigend. Warum also nicht präventiv ENDLICH mit der Ernährung und der Bewegung beginnen?

Die meisten Erkrankten möchte eine Tablette, um ihr Leiden zu entfernen. Es ist aber auch schwer, unser Leben zu ändern. Denn wir alle haben von unseren Ahnen und Eltern einen Lebensstil angenommen, welchen es gilt zu ändern. Und natürlich ist das anspruchsvoll. Aber MöGLICH!

Ich arbeite im Gesundheitssystem und sehe wie Menschen durch ihr Übergewicht, ihrer falschen fett- und zuckerreichen Ernährung und aufgrund von zuwenig Bewegung psychische Erkrankungen entwickeln. Depressionen stehen in sehr nahem Zusammenhang mit Herzerkrankungen. Aber davon reden nicht viele, oder? Lieber nimmt man ein tolles Antidepressiva oder einen super guten Blutdrucksenker. Dass der ständige Zucker dich müde macht und du davon schlapp wirst und somit keinen Antrieb mehr hast, ist eher nebensächlich. Leider. Viele unterschätzen die Wirkung von gutem gesunden pflanzlichem Essen. Warum ist das Essen noch kein Denkansatz, dass wir damit gut auf depressive Erkrankungen wirken können? Es ist ja schliesslich Etwas so wichtiges, denn wir essen jeden Tag. Wenn jeder Bissen bewusst und gesund gemacht wird, könnten wir einiges verändern.

 

Ich kann mich noch so gut an eine Vorlesung aus meinem Sportstudium erinnern, in welcher der Dozent sagte, dass Ausdauersport so was gutes ist, denn es wandelt das schlechte Cholesterin in Gutes um. Und ich weiss noch, wie ich damals einfach nur begeistert war darüber. Und heute? Heute denke ich mir, warum nehmen wir denn überhaupt noch extra zusätzlich schlechtes Cholesterin auf? Und warum ist vegan Ernährung so verpönt, die genau das eben berücksichtigt?

 

Natürlich freut es mich als Bewegungstherapeutin, dass Yoga, Sport und Bewegungstherapie mittlerweile als Begleittherapien eingesetzt werden. Aber wisst ihr, dass ist erst ein Schritt von Vielen in die richtige Richtung. Solange die Ernährungstherapeutin und die Bewegungstherapeutin noch so als Begleitmassnahme eingesetzt werden und nicht als einer der wichtigen Pfeiler, ist es schwer die Gedanken der Menschen zu ändern. Aber ich gebe mein Bestes ;) 

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